Materialien
Fachbereich Frauen
Arbeitshilfe Reichspogromnacht
Handreichungen zur Eltern-Kind-Arbeit
Frauen in Kirchengemeinde und Bezirk
Frauen engagieren sich in ihren Kirchengemeinden in unterschiedlicher Weise. Unsere Arbeitsmaterialien unterstützen diese Arbeit und den Aufbau neuer Gruppen und Kreise.
Was heißt beten? Gibt es Regeln für das Beten mit Kindern?
Beten heißt Reden mit Gott und Ihr Kind kann im Gebet alles aussprechen, was es beschäftigt. Für das Gebet mit Kindern gibt es keine Regeln. Sorglos und munter reden Kinder über das, was ihnen gerade wichtig ist und was sie bewegt. Damit bringen Kinder schon alles mit, was sie für ein Gebet brauchen.
Kinder wenden sich mit ihren Fragen, Ängsten, Wünschen und Hoffnungen an ihr Gegenüber. Das Gegenüber können die Eltern, Großeltern, Erzieher*innen oder Pat*innen sein. Auch Gott ist ein lebendiges Gegenüber, mit dem wir sprechen können.

Bei Gott ist Platz für alles, was uns bewegt. Gott ist auf unserer Seite und ist immer für uns da. Kinder dürfen alles sagen, was sie bewegt. Kinder müssen beim Sprechen eines Gebets keine besonderen Worte wählen. Beten darf einfach ehrlich sein.
Manchmal verstehen auch wir Erwachsene nicht, warum unsere Wünsche aus dem Gebet nicht erfüllt werden und den Kindern geht es vielleicht auch so. Aber Gott ist eben kein „Wunscherfüllungsautomat“. Beten heißt, mit Gott unterwegs zu sein und sich auf Gott zu verlassen, allerdings nicht auf unsere Weise, sondern auf Gottes Weise.
Wie kann ich mit meinem Kind beten?
Viele Eltern sprechen mit Ihrem Kind immer zur selben Tageszeit ein Gebet. Solche Wiederholungen im Alltag können helfen, dass wir Gott einen Platz in unserem Leben geben.
Wenn Sie zum Beispiel immer morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafen mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern beten, kann das Gebet zu einem Ritual werden, das zu Ihrem Leben dazugehört.

Wenn Sie mit Ihrem Kleinkind am Morgen beten, können Sie Ihr Kind auf den Schoss nehmen. Sie können sich auch einfach gegenüber sitzen und beide das gleiche machen, zum Beispiel die Hände falten. Oder sie halten sich an den Händen.
Auch ein Gute-Nacht-Gebet ist ein schönes Ritual. So versichert man sich abends, dass Gott immer für uns da ist. Beim Gute-Nacht-Gebet kann Ihr Kind schon im Bett liegen und Sie legen Ihre Hand auf die Schulter oder den Kopf von Ihrem Kind und beten mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern.
Wenn Sie immer das selbe Gebet beten, kann ihr Kind mit der Zeit mitbeten und Sie können gemeinsam sprechen. Das gemeinsame Gebet schenkt ein Gefühl von Geborgenheit und Zusammenhalt. Sie können auch ein Gebet auswählen, das sich reimt – Kindern macht es häufig Spaß, mitzusprechen.
Muss ich die Hände falten? Kann ich mein Kind segnen?
Sie und Ihr Kind können die Hände falten, Sie müssen die Hände aber nicht falten. Hände falten kann aber helfen, sich zu konzentrieren und macht vielen Kinder auch Spaß.
Nach dem Gebet können Sie Ihr Kind über den Kopf streicheln oder ihm mit Ihrem Finger auf der Stirn ein kleines Kreuzzeichen malen. So können Sie Ihr Kind segnen. Mit dem Segen zeigen Sie, dass Sie auf die Liebe Gottes vertrauen und um Schutz für Ihr Kind beten. Sie können auch dazu sprechen: „Gott segne Dich und passt auf Dich auf.“

Kann mein Kind auch selbst beten?
Gebete anderer Menschen oder schöne Reimgebete zu nutzen, ist eine gute Hilfe, um dem Gespräch mit Gott einen Platz im Alltag zu geben. Hier auf dieser Webseite finden Sie fertige Vorschläge für Gebete. Es ist aber auch gut zu wissen, wie einfach es ist, mit Gott drauf los reden zu können. Das kann man auch mit etwas älteren Kleinkindern gut üben, zum Beispiel beim Zu-Bett-Bringen. Zum Beispiel so: Setzen Sie sich zu Ihrem Kind oder Ihren Kindern ans Bett und lassen Sie sie erzählen, wie der Tag war. Wie das Wetter war, mit wem sie gespielt haben, was lustig, traurig oder ärgerlich war. Sie können auch an Menschen denken, denen es gerade nicht so gut geht.

Nach dem Erzählen können Sie als Eltern ein Gebet sprechen: „Unser Gott, danke, dass es im Kindergarten heute so spannend war. Echt blöd, dass Tim heute krank war und nicht kommen konnte, das hat mich traurig gemacht, weil ich allein spielen musste. Lass uns jetzt gut schlafen, was Schönes träumen und sei bei allen, die wir lieb haben: bei Oma in Bremen und Opa in Berlin, bei Onkel Hans (Patenonkel) und Tante Sabine (Patentante), bei unseren Freund*innen Jona und Lea … Amen.“
Das gemeinsame Erzählen vor dem Gebet gibt Kindern und Eltern die Möglichkeit, Gefühle gut wahrzunehmen und auch über Schwieriges oder Trauriges sprechen zu lernen. Mit dem Gebet sagen wir dann alles Gott und wissen, dass er für uns da ist.
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