Nachruf
Dorothea Margenfeld

„Gemeinsam etwas vorantreiben.“

Wir nehmen Abschied von Dorothea Margenfeld, die am 2. September im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Von 1973 bis 1982 war sie Vorsitzende der Frauenhilfe.

Dorothea Margenfeld wurde 1939 in Lindenort, Ostpreussen, geboren. Nach dem Abitur studierte sie Theologie in Tübingen, Berlin, Heidelberg und Zürich. In Esslingen und Stuttgart machte sie ihr Vikariat und ging danach mit einem ökumenischen Stipendium für ein Jahr in die USA.

Von 1971 bis 1987 war sie Pfarrerin an der Friedenskirche in Ludwigsburg, 1987 wurde sie Afrikareferentin im Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland.

Von 1992 bis 2003 übte sie das Amt der Prälatin in der Prälatur Ludwigsburg aus – als erste Frau in der Württembergischen Landeskirche.

Die Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, gerade auch den Benachteiligten, lagen Dorothea Margenfeld besonders am Herzen. So wurde sie im Rahmen ihres USA-Stipendiums direkt Zeugin der Rassentrennung zwischen schwarzen und weißen Menschen, was sie tief bewegte.1973 reiste Dorothea Margenfeld im Auftrag des Deutschen Weltgebetstags nach Uganda, Südafrika und Ghana. Dies trug dazu bei, dass sie sich mit den Fragen der Apartheit weiter auseinandersetzte und in Württemberg die Boykottaktion der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland (EFiD) „Kauft keine Früchte der Apartheit“ unterstützte. Später engagierte sie sich in der Friedensbewegung und bei Brot für die Welt.

Von 1973 bis 1983 war sie ehrenamtliche Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe in Württemberg (inzwischen aufgegangen im Ev. Bildungswerk in Württemberg Fachbereich Frauen). Dorothea Margenfeld brachte ihre persönlichen Eindrücke und ihren tiefen Respekt vor dem Leben unermüdlich in die Arbeit der Frauenhilfe ein. Ein besonderes Anliegen war ihr dabei, Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Feministischen Theologie einzubringen, biblische Frauengeschichten neu zu verstehen und die männlich geprägte Kirchen- und Theologiegeschichte kritisch zu betrachten. Ihr war es wichtig, mit anderen gemeinsam zu lernen und zu wachsen. In vielfältiger Weise unterstützte und ermutigte sie Frauen in ihrem Engagement in der Landeskirche und darüber hinaus.

Wir trauern um sie in dankbarer Erinnerung und Respekt vor dem, was Gott uns mit ihr geschenkt und gegeben hat. Unsere Gedanken sind bei allen, die ihr nahestanden.

Die Trauerfeier fand am Mittwoch, den 16. September, um 13.15 Uhr auf dem neuen Friedhof in Ludwigsburg statt.

Fachbereich Frauen im Ev. Bildungswerk Württemberg

Bild: privat